|
|
 |
Dr. Herbert Laszlo
|
 |
|
|
|
Herbert Laszlo (1940-2009) gehörte zu jener Generation, die mehrmals einen totalen Wandel ihres Weltbildes erlebt hat. Geboren am 16.4.1940 erlebte er den Bombenkrieg in der Wiener Innenstadt, dann als Volksschüler die Wiedergeburt Österreichs, als Mittelschüler den Staatsvertrag und als Fünfzigjähriger den Fall des Eisernen Vorhangs.
Sein Interesse für Glücksforschung datiert aus dem Herbst 1956, als er am Wiener Schottengymnasium den ersten Philosophie-Unterricht erlebte. Seinem damaligen Alter - und der erlebten Nachkriegszeit - entsprachen seine Frage an die Philosophie und seine erste Antwort: Was ist der Zweck des Lebens? Wohl der, so glücklich wie möglich zu sein.
Als Klosterschüler überlegte er: Wenn man an Gott glaube, so sei es wohl vernünftiger anzunehmen, dass Gott die Glücksgefühle an das Ende jener Handlungen gesetzt habe, die er von den Menschen wünsche. Und wer nicht an Gott glaube, habe auch keinen Grund, nicht nach Glück zu streben.
Dann kamen zwei Enttäuschungen:
- Die Glücksforschung war damals noch weit davon entfernt, einen Weg zu Glücksgefühlen zu zeigen. Es war die Zeit, in der hoch wissenschaftliche Lexika der Psychologie und der Philosophie ohne die Stichworte "Glück" oder "Glücklichsein" veröffentlicht wurden.
- Der Alltag forderte seinen Tribut. Anstelle der Philosophie war ein Jus-Studium angesagt. Eine frühe Heirat mit 23 Jahren und die Geburt zweier Töchter verlangten nach einem Brotberuf, zuerst im Vertrieb von Büromaschinen, dann in der Beratung und Vortragstätigkeit auf dem Gebiet der Büroorganisation und zuletzt als Chef des österreichischen Medienbeobachtungs-Unternehmens „OBSERVER" und der Finanzzeitung „Börsen-Kurier". Eine zweite Frau, ein Sohn und eine weitere Tochter verlangten nach Sicherung ihres Lebensunterhalts.
Die Bemühungen um die Glücksforschung mussten daneben zum Hobby reduziert werden - das allerdings immer am Leben blieb. Eine umfangreiche Sammlung von Fachbüchern entstand, in der es nicht nur um Glück, sondern auch um die Grundzüge der Wissenschaftstheorie geht.
Gleichzeitig waren auch andere Glücksforscher nicht untätig, und mit der Entdeckung der "positiven Psychologie" durch den amerikanischen Professor Martin E. P. Seligman und der Entdeckung des so genannten „Flow" durch Mihaly Csikszentmihalyi, den Laszlo inzwischen zweimal persönlich getroffen und gesprochen hat, wurde endlich auch in der Psychologie das Glück als legitimer Forschungsgegenstand entdeckt.
Am 4. Dezember 2002 gründete er das IFEG - Institut für experimentelle Glücksforschung, das zehnmal pro Jahr den Informationsbrief „Happiness Observer" herausgibt. Aus den bisherigen Widersprüchen der Glücksforschung hatte Laszlo Denkmodelle entwickelt, die seinem ursprünglichen Ziel dienlich sind: das Leben so zu gestalten, dass die Zahl der glücklichen Momente so groß wie möglich ist. Sein Ziel war es, diese Erkenntnisse mit anderen zu teilen.
zurück |
|
|
|
|